DIE WERKSTÄTTEN DER HÖCHSTER PORZELLAN-MANUFAKTUR

Das „weisse Gold“ aus Höchst entsteht heute im neuen Porzellanhof am Höchster Stadtpark. Hier können Besucher die Faszination der manufakturellen Porzellanherstellung hautnah erleben und im Rahmen öffentlicher oder privater Führungen die gesamte kunsthandwerkliche Fertigung der Höchster Porzellan-Manufaktur kennenlernen.

Der Porzellanhof wurde im Jahr 1906 erbaut. Der eindrucksvolle Industriebau steht unter Denkmalschutz und beherbergt heute alle Werkstätten zur Herstellung des Höchster Porzellans.

Masseaufbereitung

In großen Gefäßen werden in der Masseaufbereitung zu 50% weiße Tonerde (Kaolin genannt), sowie zu 25% das Flussmittel Feldspat und zu 25% Quarz — alles in fein pulverisierter Form — in Wasser aufgelöst und miteinander verrührt.
Die Porzellanmasse wird dann abhängig von der gewünschten Formgebungstechnik weiter veredelt. Die flüssige Masse zum Gießen kann schon nach zwei Tagen Bearbeitungszeit frisch verwendet werden, während die festere, bildsame Masse zum Drehen wenigstens einige Wochen lang im sogenannten Maukraum lagern muss, bevor sie weiter verarbeitet werden kann.

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Modellwerkstatt

Hier schlägt das Herz der Manufaktur! Hier entstehen durch die kreativen Mitarbeiter die Modelle von den ersten vorbereiteten Ideenskizzen über Werkszeichnungen im vergrößerten Maßstab, plastische Modelle aus Gips oder Ton bis zur Modelleinrichtung, dem Werkzeug zur späteren Formenherstellung.

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Formenfertigung

Da für jedes Formteil eine mehrteilige Arbeitsform aus Gips benötigt wird, werden aus den Einrichtungsblöcken einzelne Elemente der Arbeitsformen gegossen.
Jede Arbeitsform wird nach zwanzig bis dreißig Ausformungen wieder ersetzt und das Gießen der Arbeitsformen beginnt erneut.

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Gießen

Auf dem Gießkarussell werden Hohlkörper wie Vasen, Kannen oder Figurenteile gegossen. Über Fallleitungen wird die flüssige Porzellanmasse aus Vorrats- behältern an die Arbeitsplätze geführt. Die Gipsformen werden mit der flüssigen Porzellanmasse gefüllt. Der Gips entzieht der Masse das Wasser und je länger die Porzellanmasse in der Gipsform verbleibt, desto dicker wird die Porzellanschicht, die sich an der Innenwand der Gipsform bildet.
Nach Ablauf einer festgelegten Standzeit wird die überflüssige Porzellanmasse in Sammelbehälter ausgegossen. Nach unterschiedlicher Trocknungszeit können die Gipsformen geöffnet und die Rohlinge vorsichtig entnommen werden.

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Drehen

Die Drehtechnologie kommt neben der Fertigung von Bechern und Tassen vor allem bei der Fertigung von Flachware wie Platten, Tellern oder Untertassen zum Einsatz.
Hierfür werden Massestränge in Scheiben geschnitten und beim Überdrehen der Tellerformen mit einer Metallschablone die Masse in Form gebracht, bei der Fertigung von Tassen werden die Gipsformen eingedreht.

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Bossieren

Die gegossenen empfindlichen Rohlinge, oftmals viele Einzelteile einer Figur, werden im noch feuchten, lederharten Zustand sorgfältig überarbeitet und anschließend kunstvoll mit Porzellanschlicker zu- sammengefügt. Diesen Vorgang nennt man Bossieren, der Begriff leitet sich von dem französischen Wort „bosseler“, auf deutsch „bosseln“ ab, ebenso die Berufs- bezeichnung Bossierer/in.

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Glasieren

Nach dem Trocknungsprozess und dem Schrühbrand von 920°C folgt das Glasieren. Zunächst wird auf den noch porösen Scherben unser Markenzeichen, das Mainzer Rad mit dem Namenszug HÖCHST, in Unterglasurblau (Kobaltblau) aufgestempelt.
Anschließend wird das Stück in das Glasurbad getaucht. Die Glasur ist eine milchweisse Flüssigkeit, die ebenso wie die Porzellanmasse aus Kaolin, Quarz und Feldspat besteht, jedoch mit einem erhöhten Anteil an Flussmitteln und Wasser.

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Brennen

Der eigentliche Porzellanbrand oder Glattbrand erfolgt bei 1390°C im mit Gas befeuerten Ofen. Dabei versintert das Rohmaterial, d.h. es wird völlig dicht, und die Glasur verschmilzt unlöslich mit ihm.

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Porzellanmalerei

Für die kunsthandwerkliche Qualität und für die Ästhetik des Höchster Porzellans ist die traditionelle Handmalerei, die bis heute in der Manufaktur gepflegt wird, von grundlegender Bedeutung. Ob traditionelle Höchster Dekore oder Dekore in modernem Design: sie werden von den Künstlern der Höchster Porzellan-Manufaktur in größter Vollkommenheit beherrscht. Auch Auftragsarbeiten, wie die Anfertigung von limitierten Sondereditionen (Künstlerserien) gehören zur ständigen Herausforderung unserer begabten Porzellanmaler.

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